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Passionsandachten Nr. 2)

Die Werkzeuge sind nicht von sich aus böse und schlecht. Sie werden es durch den Gebrauch von Menschen. Aber auch sie sind Werkzeuge, Befehlsempfänger, Ausführende. „Sie tun ihren Job“, sagt man heute. Alles andere ist nicht wichtig. Wirklich?

Wir betrachten den Soldaten mit der Lanze. Stolz reitet er unter dem Kreuz. Wir betrachten ihn näher:
Das ist nicht das Gesicht eines rauhbeinigen Soldaten. Es ist eher skeptisch, nachdenklich: Wer ist der Gekreuzigte - vielleicht doch mehr als ein elender Verbrecher, ein zum Tode Verurteilter - vielleicht doch ein besonderer Mensch: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“, der Befehlsempfänger erhält ein Profil. Das Werkzeug der Mächtigen wird zu einer eigenständigen Person, erhält ein Gesicht, das nicht mehr den Erwartungen und Vorstellungen entspricht. Wie Gott in Jesus Gestalt annimmt, so erhält der Soldat menschliche Züge, wird zum Bekenner, der Wesentliches wahrnimmt über Raum und Zeit hinweg, entrinnt dem Aktionsradius der Mächtigen.

Ähnliches gilt für den Schwammhalter. Es ist theologisch nicht geklärt, was er erreichen will. Der mit Weinessig getränkte Schwamm verlängert das Leben, stärkt den, der empfängt und aufnimmt. Es ist eine soldatische Gewohnheit. Aber was soll sie bezwecken? Lebensverlängerung bis zur Elia-Erscheinung? Ist es Spott oder die Hoffnung auf eine Wende im letzten Moment? Das Gesicht des Soldaten weist mehr in die Richtung der gläubigen Hingabe. Es ist kaum der Ausdruck von Spott und Hohn. Wo Soldaten ihren „Job“ tun, sind sie weit entfernt vom Verdacht dses Mördertums, haben hier religiöse und philosophische Ausmaße und Wesenszüge. Hier sieht es mehr nach Ehrerbietung und Anbetung aus. Es sind so gar nicht die Soldaten, wie wir sie uns vorstellen. Aber die Wende bleibt aus, sie geschieht nicht hier und jetzt, sondern viel später im Geschehen danach, im Lebendigen über den Tod hinaus. Aber in den Menschen hier spiegelt es sich wider, wo Werkzeuge zu eigenständigen Menschen werden mit eigener Meinung, Überzeugung und Glauben. Ganz leise, aber unwiderruflich: Die Spiegelung des wahren Wesens.

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Tips:

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